Eine Initiative der Südbadischen Zahnärztinnen und Zahnärzte
Frühbehandlung in der Kieferorthopädie
Was heisst eigentlich Kieferorthopädie ?
Kieferorthopädie ist ein Teilgebiet der Zahnheilkunde.
Eine Aufgabe der Kieferorthopädie ist die Vorbeugung von Zahn- und Kieferstellungsanomalien.
Wenn aber Vorbeugung gelingen soll, dann kommt der Früherkennung eine besondere Bedeutung zu.
Was heisst Anomalie und wie kommt es zu Kieferfehlstellungen ?
Man unterscheidet erblich bedingte Anomalien und Anomalien die "erworben" sind.
Der grössere Teil der Anomalien ist "erworben", z. B. durch eine Lutschgewohnheit, wie das Daumenlutschen.
Hierzu zählt auch der frühzeitige Verlust von Milchzähnen.
Daraus resultieren viele ungünstige Folgen, u.a. wird die Entwicklung des Kiefers und die symmetrische
Ausbildung der Zahnbögen gestört, indem Nachbarzähne in die Lücke des fehlenden
Milchzahnes wandern oder kippen und damit für die nachwachsenden neuen Zähne oft der Platz
nicht mehr ausreichend ist. Der Platzmangel infolge von Zahnwanderungen stört den geordneten
Zahndurchbruch. Oft sind dann wegen des fehlenden Platzes für die neuen Zähne später
aufwendige kieferorthopädische Behandlungen nicht zu umgehen.
Warum kann eine frühzeitige Behandlung so wichtig sein ?
Weil zu diesem Zeitpunkt oft mit relativ einfachen Mitteln und schmerzlosen Massnahmen Kiefer- und
Zahnfehlstellungen vorgebeugt werden kann oder sogar durch Beseitigung der Ursachen entstehende
Fehlentwicklungen rückgängig gemacht werden können.
So kann ein frühzeitiges Abgewöhnen von falschen Gewohnheiten durchaus zu einer Selbstausheilung
der Anomalie führen.
Was soll also durch die rechtzeitige Erkennung und Behandlung von Zahnstellungsanomalien im Milchgebiss erreicht werden ?
Behandlungen im Milchgebiss sollen Fehlstellungen im Wechselgebiss (während die neuen Zähne nachwachsen) vermeiden helfen.
Behandlungen im Wechselgebiss sollen Zahnfehlstellungen im bleibenden Gebiss vermindern helfen.
Zu welchem Zeitpunkt sollen die kleinen Patienten in die kieferorthopädische Praxis kommen ?
Reguläre kieferorthopädische Behandlungsmassnahmen werden meist bei Kindern zwischen 9 und 13 Jahren durchgeführt.
Aber bei manchen Zahn- und Kieferfehlstellungen sind durchaus auch schon im Alter von 4-7 Jahren vorbeugende Frühbehandlungsmassnahmen angebracht.
Während die reguläre kieferorthopädische Behandlung sich über einen Zeitraum von meist 3-4 Jahren erstreckt, sind 1-2 Jahre oder auch kürzere Zeitabschnitte für Frühbehandlungsmassnahmen oft schon ausreichend.
Wenn Sie als Eltern nicht sicher sind, wenden Sie sich an Ihren Hauszahnarzt !
Eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Kinderarzt, Hauszahnarzt und Kieferorthopäde
ermöglichen eine rechtzeitige Überweisung und Behandlung der kleinen Patienten.
Bereits in frühem Alter gibt es verschiedene Ursachen im Milchzahngebiss und auch viele
äusserliche Einflüsse, die sich störend auf die Entwicklung im Kiefer- und Gesichtsbereich auswirken.